Titelbeschreibung: E-Book

43 | Gagné, Mireille: Häsin in der Grube / Freeman, Castle: Herren der Lage

Gagné, Mireille

Häsin in der Grube

Wagenbach / dt. von Birgit Leib

 

Fühlen Sie sich gestresst? Stehen Sie unter immensem Druck, privat und/oder beruflich? Geht Ihnen alles viel zu schnell im Leben?
Da gibt es vielleicht eine Lösung für all Ihre Probleme. Die ist zwar noch nicht so wirklich zur Gänze erforscht, doch erste Erfolge konnten schon nachgewiesen werden.
Die Lösung heißt: Genom-Transplantation. Genauer: Schneeschuhhasen-Genom-Transplantation.
Die wurde jüngst in Kanada erfolgreich durchgeführt.
Was bisher erwiesen ist:

Sieben Tage nach dem kleinen, ungefährlichen Eingriff fühlen Sie sich wie neugeboren.
Sie benötigen weniger Schlaf als bisher, Ihre Augen sehen schärfer denn je zuvor, alle Müdigkeit ist fortan wie weggeblasen.

Vorausgesetzt, sie befolgen die Anweisungen des ärztlichen Personals: Kein Fernsehen, kein Computer, keine Besuche. Sieben Tage lang.

Ach, hätte Diane sich doch an das Regularium gehalten! – Aber nein, sie musste ja schon am zweiten Tag wieder ins Büro laufen.

Das war ein großer Fehler. Ein sehr großer. Ein sehr sehr großer.
Davon weiß nicht nur „Nanabozo, der von Manitu auf die Erde Gesandte, um die Menschen die Weisheit zu lehren“ (S. 114), ein Lied zu singen.

Aber lesen Sie doch selbst …

ISBN 978-3-8031-1361-0


 

Freeman, Castle / dt. von Dirk van Gunsteren

Herren der Lage

Hanser

 

Erinnert Ihr Euch noch an Fargo von den Coen-Brüdern? Mit Frances McDormand als Polizistin und dem Ehemann, der Entwurfsvorlagen für Briefmarken zeichnet? Die Herren der Lage ist so etwas wie eine kongeniale Fortsetzung von Fargo. Cool, cooler, Coen, Freeman möchte ich mal sagen. Naja, nicht ganz so viel Blut wie in Fargo. Dafür ein paar veritabe Bösewichte, ein halbseidener Anwalt, ein extrem entspannter Sheriff - nebst impulsiver Gattin, ein verliebter Deputy, verliebt in Pamela, eine Ausreißerin und fast schon 18 Jahre alt, und jede Menge andere schräge Hinterwäldler, irgendwo in Vermont, da, wo die Vereinigten Staaten noch so ziemlich in Ordnung sind. Ach, und natürlich nicht zu vergessen: Big John, der Monster-Keiler. Ohne den hätte die Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen! Ein Glück, dass Millie Pickens (die Tierschutzfrau) das Wildschwein, das im Wald „rausgeschossen [kam] wie Lava aus einem Vulkan, schnaubend und kochend vor Wut, […] mit einem halben Dutzend supergroßer Betäubungspfeile gespickt [hat]“ (S. 165), anstatt Cola Hitchcock zu erlauben, das Tier zu erschießen. – So lakonisch, so lässig, so komisch hat schon lange kein Romancier mehr erzählt. Kostprobe gefällig? Wie wäre es hiermit:

„Wingate war vierzig Jahre lang Sheriff unseres Countys. Er hat mich als Deputy eingestellt, und als er sich vor zehn, zwölf Jahren zur Ruhe gesetzt hat, hab ich den Job von ihm übernommen. Ziemlich bald stellte ich fest, dass Wingate seine eigenen Vorstellungen von Ruhestand hat. Ruhestand ist keine Tatsache, sondern ein Gemütszustand, und zwar einer, in dem Wingate sich praktisch nie befindet. Wingate hat sich öfter zur Ruhe gesetzt als Frank Sinatra – kaum hat er es bekanntgegeben, schon ist er wieder da. […] Die Weigerung, sich zur Ruhe zu setzen, ist allerdings das Einzige, was Wingate mit Frank Sinatra gemeinsam hat. Jedenfalls fällt mir sonst nichts ein. Andererseits kenne ich Frank ja nicht. Vielleicht gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten.“ (S. 15)

Castle Freeman hat übrigens noch andere Romane verfasst. Bei Nagel & Kimche liegen vor: Männer mit Erfahrung, Auf die sanfte Tour, Der Klügere lädt nach. Ob man die auch lesen sollte? Unbedingt! Alle! Sofort!

ISBN 978-3-446-27075-6

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© Peter Cremer / Januar 2022


 

43 | Gagné, Mireille: Häsin in der Grube / Freeman, Castle: Herren der Lage. 2022, Wagenbach,


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